Samstag 22 Juni 2024

Im Rahmen des Projekts „Partnerschule Verbraucherbildung“ befassten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 a und 7 c mit dem Thema „Fast Fashion – so machen wir es besser!“ Dabei erfuhren sie, dass man mit dem Begriff Fast Fashion ein Geschäftsmodell in der Bekleidungsindustrie bezeichnet, bei dem die Kollektionen schnell und trendbezogen designt und zu niedrigen Preisen produziert und verkauft werden. Um die Preise niedrig und den Umsatz hoch zu halten, verwenden Fast-Fashion-Marken oft billige, minderwertige Materialien, die nicht für die Ewigkeit gebaut sind, was zu einem Kreislauf von Abfall und Umweltverschmutzung führt. Besonders schockierten die Jugendlichen die negativen Auswirkungen auf die Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie. Massive Arbeitsrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Sie stehen unter extrem hohem Zeit- und Leistungsdruck und unbezahlte Überstunden gehören zum Alltag.

Natürlich haben sich auch die Realschüler*innen längst daran gewöhnt, alle paar Tage neue Lieferungen in den Geschäften zu finden. So importiert Deutschland für 43,6 Milliarden Euro Kleidung. 90 Prozent davon kommen aus nichteuropäischen Ländern wie China, Türkei oder Bangladesch. Bereits heute kauft jede*r Deutsche laut Statistik sechzig neue Kleidungsstücke pro Jahr, also mehr als einen Artikel pro Woche: Tendenz steigend. Im Durchschnitt tragen wir ein Kleidungsstück ganze vier Mal, bevor wir es aussortieren. Als Folge des Fashion Booms landen rund eine Million Tonnen Altkleider jährlich auf der Müllhalde und in Altkleidercontainern.

Da waren sich die Siebtklässler schnell einig: Das hat kein Kleidungsstück verdient! Und schon war die Idee entstanden, eine Kleidertauschbörse zu veranstalten. In Zusammenarbeit mit den Charity-Kids unter der Leitung von Frau Yvonne Stadler organisierte die Klasse 7 a mit ihrer Lehrerin Frau Magdalena Prinz diese besondere nachhaltige Aktion. Das Prinzip der Tauschbörse ist einfach: Jeder kann Kleidung mitbringen, die er abgeben möchte. Sei es, weil die Größe nicht passt, die Kleidung nie getragen wurde oder zu schade zum Wegwerfen ist. Im Gegenzug darf sich derjenige dann aus den anderen gesammelten Kleidungsstücken etwas heraussuchen. Das Motto ist: „Gib deinen Kleidern eine neue Chance!“ Denn durch die Tauschbörse können Jugendliche anderen mit ihrer aussortierten Kleidung eine Freude machen.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. 50 Schüler*innen hatten ihre Schränke ausgeräumt und ca. 400 Artikel gelangten in die schuleigene „Boutique“. Mehr als 250 Kleidungsstücke wechselten im Laufe des Vormittags den Besitzer. Die übriggebliebene Kleidung wird gespendet, damit auch diese nochmal ein neues Leben erhält.

Realschuldirektor Alexander Leibelt lobte das Engagement aller Beteiligten: „Das Projekt war ein voller Erfolg für die Schule, aber auch für die Umwelt. Da alle Kleidungsstücke unverpackt waren, musste weder eine neue Verpackung hergestellt werden, noch entstand durch die erneute Nutzung weiterer Müll. Durch das erneute Tragen von Kleidungsstücken leistet man also einen guten Beitrag zur Abfallvermeidung. Eine wirklich tolle Aktion!“

Am Ende waren sich alle einig: Es wird wieder eine Tauschbörse geben, vielleicht sogar mit weiteren Tauschartikeln wie Schuhe, Taschen, Spiele, Bücher. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt.