Dienstag 29 September 2026

Rund 500 Schülerinnen und Schüler haben sich an einem grenzübergreifenden Reanimations-Flashmob auf dem Braunauer Stadtplatz beteiligt, bei dem eine Stunde lang die Wiederbelebung geübt wurde. „Druck di ned, druck! Nur heifa huift!“, lautete das Motto. Die Schüler kamen aus drei Schulen in Simbach (Landkreis Rottal-Inn) und zwei in Braunau (Oberösterreich): Inntal-Mittelschule, Realschule und Tassilo-Gymnasium aus Simbach sowie HTL und HAK aus Braunau.

 

Kurz vor 11.30 Uhr versammelten sich die Schüler auf dem Stadtplatz, 60 Reanimationspuppen wurden auf dem Boden platziert. Dann ertönte die Stimme von Janina Bartsch aus den Lautsprechern, die von einem Fahrzeug des BRK Rottal-Inn aus die Veranstaltung moderierte. „I gfrei mi narrisch, dass ihr olle do seids“, begrüßte sie die Anwesenden und hatte auch Musik mit passendem Takt zum Reanimieren mitgebracht. Und so zählte sie bald den Countdown herunter und das kollektive Reanimieren setzte zu dem Lied „Wake me up“ von Avicii ein.

 

       

 

Die Schüler hatten sich hierzu in Gruppen um die Reanimationspuppen verteilt. Jede Gruppe wurde von einer Rettungskraft begleitet, die erklärte, worauf es beim Reanimieren ankommt. Die Schüler wechselten sich ab und reanimierten jeweils zwei Minuten am Stück. Dabei zeigte sich schnell, dass die Wiederbelebung ganz schön kräftezehrend ist. „Es ist wirklich anstrengend, wenn man die ganze Zeit reindrückt“, meinte Tobias Magerl aus der 9b der Realschule Simbach. „Die Erfahrung war sehr lehrreich. Es wäre schön, wenn diese Veranstaltung in Zukunft regelmäßig wiederholt wird“, betont Veronika Wagner (9b).

 

Ziel der Aktion war es, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig erste Hilfe ist und Hemmschwellen bei der Reanimation abzubauen. Denn im Jahr 2025 wurden in Deutschland nur 53,5 Prozent der Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand vor dem Eintreffen des Rettungsdiensts reanimiert. Die dadurch verstrichene Zeit führe zu schweren Hirnschädigungen und schlechten Überlebensraten, so das Braunauer Krankenhaus, das den Flashmob veranstaltet hat.

 

       

 

Janina Bartsch hat die Aktion zusammen mit Dr. Florian Neuhierl initiiert. Sie ist Lehrerin und am Tassilo-Gymnasium für den Bereich Erste Hilfe verantwortlich. Dr. Florian Neuhierl ist Chefarzt am Krankenhaus St. Josef. Für die Aktion werden Spenden von regionalen Wohltätigkeitsclubs und Unternehmen gesammelt, die dann den teilnehmenden Schulen zur Verbesserung der Erste-Hilfe-Ausbildung zugutekommen. Janina Bartsch geht von circa 1500 Euro für jede Schule aus, über deren konkrete Verwendung im Erste-Hilfe-Bereich die Schulen selbst entscheiden können. 

 

„Letztendlich kann jeder Leben retten“, erklärte Neuhierl. Die Veranstaltung könne auch dazu dienen, komplizierte Herangehensweisen bei der Reanimation, die man vielleicht vor 20 Jahren im Erste-Hilfe-Kurs gelernt habe, über Bord zu werfen: „Bevor man nichts tut – einfach drücken.“ Und Daniela Renker, Bezirksgeschäftsleiterin vom ÖRK Braunau, sagte: „Bei jeder Reanimation schenkt man Hoffnung und Zeit.“

 

     

 

„Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man sich traut“, fand auch Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher. Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid freute sich auch über die gute grenzübergreifende Zusammenarbeit der Schulen und Hilfsorganisationen. Laut Pressemitteilung dabei waren ÖRK Braunau, BRK Rottal-Inn, BRK-Berufsfachschule für Rettungsdienst Burghausen, Feuerwehr Braunau, THW Simbach, Polizei, Bundespolizei und Stadtgemeinde von Braunau sowie das Krankenhaus St. Josef. „Ein wunderbarer Tag und eine wunderbare Sache“, meinte Schmid.

 

„Grenzen spielen keine Rolle“, betonte Martin Koppmann, Landrat von Rottal-Inn. Wichtig sei es, Leben zu retten. Er lobte die beim Flashmob übenden Jugendlichen als vorbildlich und war sich sicher, dass die Aktion nachhaltig auf Notfälle in der Zukunft vorbereitet.
Auch der stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführer von Rottal-Inn, Hans Haider, war vor Ort und war begeistert. „Es ist eine ganz tolle Aktion. Die Leute sind mit Feuereifer dabei. Und man ist nie zu jung zum Reanimieren.“

 

Quelle: PNP, Franziska Geer, 22. September 2026 (etwas verändert)