Mittwoch 24 Juni 2026

Ein Erfahrungsbericht von Schulleiter Alexander Leibelt über die Erasmus+-Personalmobilität an der Universität Vilnius

 

Der europäische Austausch lebt vom Blick über den eigenen Tellerrand. Im Rahmen des Erasmus+-Programms führte mich eine dreitägige Mobilitätsmaßnahme an eine der ältesten und renommiertesten Bildungseinrichtungen Osteuropas: die Universität Vilnius (VU) in Litauen. Ziel des intensiven Arbeitsbesuchs war es, wertvolle Impulse für die strategischen Schwerpunkte unserer Heimatschule – Digitalisierung, Unterrichtsentwicklung, Inklusion, Umwelterziehung und Demokratieerziehung – zu gewinnen.

 

Herzlicher Empfang und tiefgründiger Systemvergleich

 

Der Aufenthalt war geprägt von einer außergewöhnlichen Gastfreundschaft und fachlicher Offenheit. In intensiven, strategischen Gesprächen mit Jekaterina Bortkevič (Abteilungsleiterin an der Universität Vilnius) und Vita Petronytė (Koordinatorin für internationalen Studierendenaustausch) wurde ein tiefgehender Dialog über die jeweiligen Bildungssysteme angestoßen.

Im direkten Vergleich mit dem bayerischen Bildungssystem wurde deutlich, wie flexibel und zukunftsorientiert das litauische System agiert. Besonders beeindruckend präsentierte sich der Stand der Digitalisierung: Litauen verfügt über das schnellste und am besten ausgebaute Internet in Europa. Diese technologische Vorreiterrolle ist im universitären Alltag allgegenwärtig und bietet eine perfekte Blaupause für die digitale Transformation im sekundären Bildungssektor.

 

 

 

 

Das zweitägige Mobilitätsprogramm im Fokus

 

Das anspruchsvolle, eng getaktete Programm spiegelte an beiden Tagen die Kernbereiche moderner Schulentwicklung im direkten Austausch mit den Expertinnen vor Ort wider:

 

·    Tag 1: Institutionelle Synergie und gelebte demokratische Schulkultur

 

Der Auftakt des ersten Tages stand ganz im Zeichen eines strategischen Fachgesprächs mit Jekaterina Bortkevič. Im Mittelpunkt standen Organisationsstrukturen und der Systemvergleich zwischen Bayern und Litauen. Daran schloss sich eine vierstündige Hospitation der offiziellen universitären Abschlussfeier und Zeugnisverleihung an. Hier wurde eindrucksvoll sichtbar, wie Digitalisierung im administrativen Prozess mit einer inklusiven, wertschätzenden Feierkultur verschmilzt, die Diversität zelebriert (120 Absolventen aus 41 Ländern) und die demokratische Teilhabe aller Studierenden in den Fokus rückt.

 

   

 

 

 

·    Tag 2: Strukturierte Feldforschung und vertiefender Dialog zur Unterrichtsentwicklung

 

Der zweite Tag startete mit einem Besuch auf dem Campus der Universität. Im Fokus stand beispielsweise die Förderung des selbstgesteuerten Lernens. Auf dieser fachlichen Basis basierte die anschließende, durch lokale Expertise unterstützte Evaluierung des hochmodernen Wissenschaftlichen Kommunikations- und Informationszentrums (MKIC) sowie der hybriden Lernlandschaften. Die dort realisierten Raumkonzepte zeigen auf, wie digitale Infrastrukturen das eigenverantwortliche Lernen von Jugendlichen fördern können. Abgerundet wurde das Programm durch die gemeinsame Analyse der universitären „Green Campus“-Initiativen (Umwelterziehung), der architektonischen Barrierefreiheit (Inklusion) und der Räume für studentische Mitbestimmung (Demokratieerziehung).

 

 

 

 

Tag 3: Abschlussgespräch an der Universität mit Vita Petronytė.

 

Fazit und Ausblick für die Schulentwicklung

 

Die drei Tage in Vilnius haben gezeigt, dass europäische Kooperationen weit mehr sind als formelle Treffen. Die gewonnenen Best Practices – von der rasend schnellen digitalen Infrastruktur über flexible Lernlandschaften bis hin zur digitalen Zertifizierung – bieten konkrete Ansätze für unseren eigenen Schulentwicklungsplan. Ein herzliches Dankeschön gilt Jekaterina Bortkevič und Vita Petronytė für diesen inspirierenden und zukunftsweisenden Austausch im Geiste der europäischen Integration.