Ein weiterer Meilenstein im Erasmus-Projekt der Realschule Simbach
Nach der erfolgreichen Akkreditierung für das Erasmus-Plus-Projekt der Europäischen Union startete die Realschule Simbach nun mit der ersten Schülermobilität. Für fünfzehn Jugendliche aus der siebten und achten Klasse sowie ihre Lehrerinnen Tina Kainzelsperger und Ines Geier ging es für eine Woche in den äußersten Westen Frankreichs, nach Le Faouёt in der Bretagne.
Doch vor der Begegnung mit ihren französischen Partnern, stand noch eine vierzehnstündige Zugfahrt an, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h in Frankreich und dem Bahnhofswechsel in Paris mit kurzer Erkundung der Umgebung selbst schon ein kleines Abenteuer war. Gegen 20 Uhr erreichte die Gruppe Lorient, wo die Gastfamilien auf ihre Partner warteten. Obwohl sich die Schülerinnen und Schüler schon vom Gegenbesuch im Dezember kannten, war die Spannung groß: Wie lebt die Familie? Werde ich mich mit den Eltern gut verstehen? Was gibt es zu essen? Viele Fragen und auch einige Ängste beschäftigten die Jugendlichen. Am Sonntag war dann Zeit sich kennenzulernen, die nähere Umgebung zu erkunden oder einfach im Schwimmbad oder am Meer zu entspannen.
Am Montag folgte dann ein herzlicher Empfang am Collège Sainte Barbe, bevor es an die Arbeit ging. Mit Zirkel und Lineal wurden geometrische Formen konstruiert, koloriert und dann mit Alltagsgegenständen vergrößert. Dabei kamen die Jugendlichen ganz schön ins Schwitzen, einerseits angesichts der für die Bretagne ungewöhnlich hohen Temperaturen von über 30 Grad, andererseits aber auch wegen der kniffligen mathematischen Aufgabe. Dass man dabei vorwiegend auf Französisch, Englisch oder mittels Übersetzer kommunizieren musste, sorgte dabei für eine zusätzliche Herausforderung. Entsprechend groß war die Erleichterung, als es zum Mittagessen in der Schulkantine wenigstens keine allzu exotischen Mahlzeiten gab. So gestärkt fiel die Nachmittagsaufgabe, die Gestaltung eines Mosaiks für das Schulhaus, gleich viel leichter.
Den Dienstag verbrachte die Gruppe in der malerischen Stadt Quimper, wo eine Schnitzeljagd zur Geschichte und den Sehenswürdigkeiten absolviert wurde. Nach einem Picknick unter Palmen im Jardin Exotique gingen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Partnern auf fotografische Zahlenjagd und hatten viel Spaß bei der Erkundung der kleinen Gässchen mit ihren historischen Fachwerkhäusern. Natürlich wurde dabei auch die ein oder andere Spezialität probiert oder ein Souvenir erstanden.
Am Mittwoch folgte eine Wanderung zur Chapelle Sainte Barbe, die auf einem Hügel über Le Faouёt thront. An einem kleinen Bach entlang ging es durch Wald und Feld, ehe der finale Anstieg so manchen aus der Puste brachte. Oben sorgte die Kapelle in wunderschöner Natur für Staunen, ein kleines Detail war aber das unbestrittene Highlight: Die Glocken konnten mit einem Seil geläutet werden – kleine Flugeinlage inklusive. Der Mittwochnachmittag ist in Frankreich traditionell schulfrei und wurde dementsprechend in den Familien verbracht.
Der schönste Tag der Woche erwartete die Jugendlichen nach einhelliger Meinung am Donnerstag. Der Strand von Larmor mit dem Fort Bloqué war das Ziel für den Vormittag. Zuerst wurden Muscheln gesucht, Krebsscheren untersucht und die Füße ins Wasser gestreckt, doch dann ging es wieder an die Arbeit. Aus Sand bauten die einzelnen Gruppen geometrische Körper, zeichneten Kreisfiguren oder legten Symmetrien aus Naturmaterialien. Als die Ebbe den vorher überspülten Weg zur vorgelagerten Insel freigegeben hatte, balancierte man auf den Steinen bis zum Fort und genoss die maritime Atmosphäre. Am Nachmittag konnten im Hochseilgarten die eigenen Grenzen ausgetestet werden und so mancher entwickelte ungeahnten Mut bei der Überwindung der kreativen Hindernisse. Angespornt von der Gruppe konnte so jeder einzelne verschiedene Parcours absolvieren und am Ende richtig stolz auf sich sein. Am Abend ließ man die Erlebnisse der Woche bei einem Imbiss gemeinsam mit den Gasteltern und den Lehrkräften Revue passieren, bevor am Freitag die Ergebnisse der schulischen Aufgaben zusammengefasst und präsentiert wurden.
Wenn die Schülerinnen und Schüler nun ihre Teilnahmezertifikate erhalten, können sie mit Stolz zurückblicken auf eine Woche voller unvergesslicher Erlebnisse und tiefer kultureller Begegnung, aber auch voller Herausforderungen, an der die Persönlichkeit der jungen Leute nur wachsen kann. Besonders in Erinnerung wird wohl die herzliche Art der Franzosen bleiben, die den deutschen Gästen mit Neugier und Offenheit begegnet sind, sei es in den Gastfamilien oder im Alltag dieser typisch bretonischen Kleinstadt.
Impressionen aus Frankreich:

